Prenzlau ist mir zur Heimat geworden.
Im Sommer 1994 bin ich zum ersten Mal für ein Vorstellungsgespräch als Lehrer für Wirtschaft und Politik nach Prenzlau gekommen. Hinter mir lagen eine glückliche Kindheit und Jugend mit 4 Geschwistern in Xanten am Niederrhein, Abitur, der zu frühe Tod meiner Mutter, das Studium der Volkswirtschaftslehre in Freiburg und im französischen Nizza und eine dreijährige Tätigkeit als Assistent der Geschäftsführung bei der Firma Underberg.
Es war ein sonniger Tag, ich bin auf den Uckersee hinausgeschwommen, habe die Marienkirche gesehen und hatte das Gefühl, hier kann man Wurzeln schlagen. Ich habe die Stelle angenommen und mich engagiert, im Beruf an der Berufsschule, wo ich einen Austausch mit einer französischen Schule auf die Beine gestellt habe, in der Kirchengemeinde, im uckermärkischen Konzertchor, im Prenzlauer Kulturverein, im Historienspektakel und in der Politik. Das Engagement vieler Prenzlauer Bürgerinnen und Bürger fasziniert mich und so ist es mir eine Freude, in Prenzlau zu leben und aktiv zu sein. Obwohl mir damals wenig Chancen eingeräumt wurden, erhielt ich bereits 2001 bei der Bürgermeisterwahl knapp 30 % der Stimmen. Dies und die guten Wahlergebnisse der Kommunalwahlen von 2003 und 2008 sprechen für eine erneute Kandidatur. Antrieb ist aber vor allem mein Wunsch, mehr für die Stadt und ihre Bürger umzusetzen und gestalten zu können.
In meiner ehrenamtlichen und parteiübergreifenden Tätigkeit als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung von 2003 – 2008 habe ich immer versucht, zwischen den oftmals zerstrittenen politischen Interessensgruppen Brücken zu bauen, was, wie jeder weiß, ein nicht einfaches, manchmal auch undankbares Unterfangen ist.
2002 habe ich geheiratet und konnte meine Frau Hariette überzeugen, von Paris nach Prenzlau zu ziehen und hier auch zu bauen. Wir haben drei wunderbare Kinder bekommen, von denen der älteste inzwischen zur Schule geht. Auch meine Kinder hängen sehr an Prenzlau. Für mich ein zusätzlicher Ansporn, dafür zu kämpfen, dass sie auch eines Tages eine Zukunft in unserer Region haben.
Seit November 2005 bin ich stellv. Schulleiter am OSZ I Barnim in Bernau bei Berlin, einer staatlichen Berufsschule für Verwaltungsfachangestellte und kaufmännische und soziale Berufe mit immerhin 1700 Schülern und 70 Lehrkräften. Ich bemerke so jeden Tag, wie sehr sich in Brandenburg Speckgürtel und ländlicher Raum auseinanderentwickeln. Und das tut mir als Prenzlauer weh. Ich sehe die Massen morgens am Bahnhof, die fahren müssen, weil es in Prenzlau keine Arbeit mehr gibt, ich sehe die Arbeitslosigkeit, ich sehe die häufig sehr geringe Lohnhöhe, ich sehe die Abwanderung und spüre das berechtigte Gefühl bei vielen, nach der Wende nicht auf der Gewinnerseite zu stehen. Aber ich sehe die Anstrengungen vieler Prenzlauer Bürgerinnen und Bürger, diesem Trend zu begegnen, die vielen Initiativen, die sich mit dem Niedergang nicht abfinden wollen und etwas Neues geschaffen haben und schaffen, die vielen alten und ortsansässigen Betriebe, die mit viel Fleiß und Bodenständigkeit erfolgreich ihren Platz im immer schwerer werdenden Wettbewerb behaupten und auch die neuen Betriebe, die mit neuen Ideen, Zukunftsperspektiven eröffnen. Diesen Mut und solches Engagement als Bürgermeister nachdrücklich zu unterstützen und zu fördern, ist eine Aufgabe, die mich besonders reizt.
Ich möchte künftig als Ihr Bürgermeister meine ganze Kraft dafür einsetzen, dass sich die wirtschaftliche und soziale Situation nachhaltig verbessert und dafür Sorge tragen, dass alle etwas davon haben.
Eine hohe Wahlbeteiligung und ein hoher Stimmenanteil für den gewählten Bürgermeister sind die besten Voraussetzungen, um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden.
Ich hoffe deshalb auf eine hohe Wahlbeteiligung und bitte Sie um Ihre Stimme
Ihr Ludger Melters